Amerika Impressionen und Anekdoten

ihm wie auf einem aus der Erde heraufbeschworenen Theater bewegenden
Gruppen, und lauschte den sich fast sämmtlich um Amerika und die Reise
drehenden Gesprächen der ihm nächsten Gäste und Fremden, bis sein Blick
»Nun ja, das ist ein sonderbarer Kautz, der schon acht Tage bei uns wohnt.
Er heißt Schultze und will mit der Haidschnucke nach Amerika.«

hervorschauten. Rasirt hatte er sich ebenfalls, wahrscheinlich seit seinem
Entschluß nach Amerika auszuwandern, nicht, und die weißgesprenkelten
Stoppeln die sein breites vorgehendes Kinn umgaben, paßten vollkommen zu
Leid — es fehlten ihm wirklich noch fünfzehn Thaler an seiner Passage nach
Amerika, und die Rheder wollten ihn nicht mitnehmen, ehe er die volle
Summe gezahlt habe; aber er _müsse_ mit fort, und wenn ihn das Schiff
Habseligkeiten, zusammengebracht, und war im Begriff sich ebenfalls mit
der Haidschnucke nach Amerika einzuschiffen — freilich im Zwischendeck,
und das Herz schlug ihm recht weh und ängstlich, wenn er die Leute sah mit
dann häuslich ein, ich und Luz, und wenn wir einmal wieder auf festem
Grund und Boden sind, in Amerika drüben, dann werden wir noch oft über die
Zeit lachen die wir hier verlebt, und was wir da Alles gesehn und gehört.«
früher gekommen wäre, hätte manche romantische Erzählung, manchen
glühenden Bericht über Amerika, weit, weit aus dem Felde geschlagen.

neue gesetzt, den Augenblick herbeigesehnt, in dem sie an den hohen
Seitenwänden des Schiffes, das sie nach Amerika hinüber bringen sollte,
hinaufklettern, und die Hüte schwenken würden, den stolzen Bau zu
die jetzt freundlich zu ihr waren, ihre Hand zurückzogen von ihr — in
Amerika — drüben — weit drüben über dem Meere? Dann stand sie ganz allein,
und was — was sollte da aus ihr werden?
eigenen über die Stirn streichend, »jetzt fahren wir bald hinaus in’s
Meer, nach dem weiten, großen Amerika, und wenn wir da traurig und
verdrießlich ankommen, schicken uns die Leute am Ende wieder fort.«
mich alte arme Frau nur lieber hier gleich in’s Wasser werfen, ehe sie
mich noch mit hinausschleppen auf das große Meer — Amerika krieg’ ich doch
nicht zu sehn, und der Leberecht muß jetzt allein unter der Linde liegen.«
bekümmern, die er einfach überliefert bekommen habe sicher und
wohlbehalten nach Amerika hinüber zu schaffen?«

»Futter für Amerika« sagte der Mann, verächtlich den Kopf auf die Seite
werfend — »_der_ kommt durch –«
»Hört einmal, ich habe Euch hier an Bord bekommen, um Euch mit nach
Amerika hinüberzunehmen; ich hoffe, daß Ihr Euch an Bord gut betragen
werdet; wenn Ihr’s nicht freiwillig thut, ist’s Euer eigener Schade, denn
von drei Verbrechern, denen im Boot erst _die Eisen_ abgenommen waren, und
die sich in Amerika bessern, oder doch jedenfalls allein füttern sollten.

Fräulein schöpfte dabei ein süßes Gift aus dem »Zauber des Landlebens« wie
sie es nannte, und dem sie sich ja auch in dem freien schönen Amerika ganz
hinzugeben gedachte.
sie waren — Verbrecher, die man hatte zu Hause los sein wollen und jetzt
nach Amerika schickte — schienen aber nicht böse darüber und hielten sich,
wie schon gesagt, still und abgesondert für sich selbst.
Bord zum _Doktor_ gestempelt worden. Chirurg und ein armer Teufel,
wünschte er nach Amerika auszuwandern, und besaß nicht die nöthigen
Mittel; die Firma Heßburg und Sohn wünschte aber, des Geredes der Leute
war beiden Theilen geholfen, und da man im gewöhnlichen Lauf der Dinge
annahm, daß auf der kurzen Ueberfahrt nach Amerika gerade keine schweren
Krankheiten, oder doch nur sehr selten vorkommen, konnte alles das, was
Hopfgarten vorgestellt — »und ich reise nur zu meinem Vergnügen nach
Amerika, um mich von den nichtswürdigen republikanischen Zuständen jenes
Landes nach eigener Anschauung zu überzeugen. Ich _weiß_, was ich dort
vorwärts rückten, fingen schon an ungeduldig zu werden, frugen
unaufhörlich die Steuerleute und Matrosen wann sie wohl »nach Amerika«
kommen würden, und kramten den ganzen ausgeschlagenen Tag in ihren Kisten
Freunde halten, oder er streicht uns rabenschwarz an, wenn er einmal in
Amerika unsere Reise beschreibt,« und sich vor heimlichem Lachen
ordentlich schüttelnd, ohne daß jedoch sein Gesicht einen freundlicheren
Achseln zuckend und seine Papiere wieder vornehmend. »Deutsche Grote
nutzen uns doch Nichts mehr in Amerika, und ich habe nicht allein die
letzten in Brake ausgegeben, sondern auch schon, wie Du recht gut weißt,
stehen bleibenden Burschen — »Sie sollen gleich bekommen — nicht wahr, Du
giebst mir ein paar von den kleinen Stücken; die gelten auch in Amerika.«

»Kommen nun bald nach Amerika.«

»Nun zum Teufel, man wird doch in dem Amerika wenigstens zu leben haben« –
fluchte Meier.
»Ich habe versprochen gehabt alle meine Passagiere sicher und wohlbehalten
nach Amerika hinüberzuführen. Gott der Herr hat es anders gewollt, und
diese eine Seele abgefordert zu Seiner himmlischen Herrlichkeit. Sein Name
Nach Amerika! Zweiter Band. by Friedrich
Gerstaecker

Title: Nach Amerika! Zweiter Band.

Nach Amerika!
Ein Volksbuch
ihm wie auf einem aus der Erde heraufbeschworenen Theater bewegenden
Gruppen, und lauschte den sich fast saemmtlich um Amerika und die Reise
drehenden Gespraechen der ihm naechsten Gaeste und Fremden, bis sein Blick
“Nun ja, das ist ein sonderbarer Kautz, der schon acht Tage bei uns wohnt.
Er heisst Schultze und will mit der Haidschnucke nach Amerika.”

hervorschauten. Rasirt hatte er sich ebenfalls, wahrscheinlich seit seinem
Entschluss nach Amerika auszuwandern, nicht, und die weissgesprenkelten
Stoppeln die sein breites vorgehendes Kinn umgaben, passten vollkommen zu
Leid — es fehlten ihm wirklich noch fuenfzehn Thaler an seiner Passage nach
Amerika, und die Rheder wollten ihn nicht mitnehmen, ehe er die volle
Summe gezahlt habe; aber er _muesse_ mit fort, und wenn ihn das Schiff
Habseligkeiten, zusammengebracht, und war im Begriff sich ebenfalls mit
der Haidschnucke nach Amerika einzuschiffen — freilich im Zwischendeck,
und das Herz schlug ihm recht weh und aengstlich, wenn er die Leute sah mit
dann haeuslich ein, ich und Luz, und wenn wir einmal wieder auf festem
Grund und Boden sind, in Amerika drueben, dann werden wir noch oft ueber die
Zeit lachen die wir hier verlebt, und was wir da Alles gesehn und gehoert.”
frueher gekommen waere, haette manche romantische Erzaehlung, manchen
gluehenden Bericht ueber Amerika, weit, weit aus dem Felde geschlagen.

neue gesetzt, den Augenblick herbeigesehnt, in dem sie an den hohen
Seitenwaenden des Schiffes, das sie nach Amerika hinueber bringen sollte,
hinaufklettern, und die Huete schwenken wuerden, den stolzen Bau zu
die jetzt freundlich zu ihr waren, ihre Hand zurueckzogen von ihr — in
Amerika — drueben — weit drueben ueber dem Meere? Dann stand sie ganz allein,
und was — was sollte da aus ihr werden?
eigenen ueber die Stirn streichend, “jetzt fahren wir bald hinaus in’s
Meer, nach dem weiten, grossen Amerika, und wenn wir da traurig und
verdriesslich ankommen, schicken uns die Leute am Ende wieder fort.”
mich alte arme Frau nur lieber hier gleich in’s Wasser werfen, ehe sie
mich noch mit hinausschleppen auf das grosse Meer — Amerika krieg’ ich doch
nicht zu sehn, und der Leberecht muss jetzt allein unter der Linde liegen.”
bekuemmern, die er einfach ueberliefert bekommen habe sicher und
wohlbehalten nach Amerika hinueber zu schaffen?”

“Futter fuer Amerika” sagte der Mann, veraechtlich den Kopf auf die Seite
werfend — “_der_ kommt durch –”
“Hoert einmal, ich habe Euch hier an Bord bekommen, um Euch mit nach
Amerika hinueberzunehmen; ich hoffe, dass Ihr Euch an Bord gut betragen
werdet; wenn Ihr’s nicht freiwillig thut, ist’s Euer eigener Schade, denn
von drei Verbrechern, denen im Boot erst _die Eisen_ abgenommen waren, und
die sich in Amerika bessern, oder doch jedenfalls allein fuettern sollten.

Fraeulein schoepfte dabei ein suesses Gift aus dem “Zauber des Landlebens” wie
sie es nannte, und dem sie sich ja auch in dem freien schoenen Amerika ganz
hinzugeben gedachte.
sie waren — Verbrecher, die man hatte zu Hause los sein wollen und jetzt
nach Amerika schickte — schienen aber nicht boese darueber und hielten sich,
wie schon gesagt, still und abgesondert fuer sich selbst.
Bord zum _Doktor_ gestempelt worden. Chirurg und ein armer Teufel,
wuenschte er nach Amerika auszuwandern, und besass nicht die noethigen
Mittel; die Firma Hessburg und Sohn wuenschte aber, des Geredes der Leute
war beiden Theilen geholfen, und da man im gewoehnlichen Lauf der Dinge
annahm, dass auf der kurzen Ueberfahrt nach Amerika gerade keine schweren
Krankheiten, oder doch nur sehr selten vorkommen, konnte alles das, was
Hopfgarten vorgestellt — “und ich reise nur zu meinem Vergnuegen nach
Amerika, um mich von den nichtswuerdigen republikanischen Zustaenden jenes
Landes nach eigener Anschauung zu ueberzeugen. Ich _weiss_, was ich dort
vorwaerts rueckten, fingen schon an ungeduldig zu werden, frugen
unaufhoerlich die Steuerleute und Matrosen wann sie wohl “nach Amerika”
kommen wuerden, und kramten den ganzen ausgeschlagenen Tag in ihren Kisten
Freunde halten, oder er streicht uns rabenschwarz an, wenn er einmal in
Amerika unsere Reise beschreibt,” und sich vor heimlichem Lachen
ordentlich schuettelnd, ohne dass jedoch sein Gesicht einen freundlicheren
Achseln zuckend und seine Papiere wieder vornehmend. “Deutsche Grote
nutzen uns doch Nichts mehr in Amerika, und ich habe nicht allein die
letzten in Brake ausgegeben, sondern auch schon, wie Du recht gut weisst,
stehen bleibenden Burschen — “Sie sollen gleich bekommen — nicht wahr, Du
giebst mir ein paar von den kleinen Stuecken; die gelten auch in Amerika.”

“Kommen nun bald nach Amerika.”

“Nun zum Teufel, man wird doch in dem Amerika wenigstens zu leben haben” –
fluchte Meier.

“Amerika soll verdammt sein” brummte der Scheerenschleifer, und qualmte
aerger als vorher.
“Ich habe versprochen gehabt alle meine Passagiere sicher und wohlbehalten
nach Amerika hinueberzufuehren. Gott der Herr hat es anders gewollt, und
diese eine Seele abgefordert zu Seiner himmlischen Herrlichkeit. Sein Name
oder nahezu so billig aus deutscher Luft gewonnen werden kann. Es kann
ihm nicht gleichgültig sein, ob ein Metall gekauft und an Amerika
bezahlt wird, oder ob ein gleichwertiges anderes Metall als Ersatzstoff
auch hier. Ich packte euch also wieder auf, und nun seid ihr mitten im
Krieg in Amerika. Ha! lass mich’s nur recht fühlen, auf amerikanischem
Boden zu stehen, wo alles neu, alles bedeutend ist. Ich trat ans
und die Adelsschlösser nieder, hob in der Nacht des 4. August alle
feudalen Vorrechte auf, impfte durch Jefferson Amerika seine Demokratie
ein, rief die Schwarzen von St. Domingo zur Freiheit auf und durchzog
untergegangen. Nivelliert sind auch unsre Städte, in denen man das Haus
nach der Nummer, in Amerika, diesem Lande moderner Prosa, sogar die
Straße nach der Nummer aufsucht; nivelliert ist das Land, wo regelmäßige
sich und seine Kunst zu retten, keine andere Möglichkeit gesehen habe,
als aus dem Land zu fliehen und wie er sich in Amerika durch aufreibende
Wanderfahrten die Krankheit zugezogen habe, die seiner sternenhaften
Menschenschinder, der Henkersknecht. Für alle Freibillets in der Welt
geh’ ich mit ihm nicht nach seinem Amerika; am Spieße brät er uns doch,
wenn er uns drüben hat, und wenn er auch noch so schlau hier am Orte den
3000) Studenten sind hier aus Deutschland, England, Frankreich,
Spanien, Italien; aus Afrika und Asien; Australien und Amerika. Unser
Cousin Leo aus Boston ist auch hier. An der Universität sind gute
Herr Meister: Fräulein Anna, das Papier in Deutschland ist wie das
Papier in Amerika. Man (= die Personen) hat dünnes Papier und dickes;
feines Papier und grobes.

Herr Meister: Wir haben in Amerika auch einen Schwarzwald.

Anna: Einen Schwarzwald in Amerika?

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