Geschichten aus Amerika IV
Und in Amerika ist es nicht besser. “Entbehrung und Leiden, sagt
Humboldt b 2, 192, sind bei den Chaymas, wie bei allen halbbarbarischen
Maedchen ins 14., fuer Knaben ins 17. oder 18. Jahr (Wilkes bei Waitz 1,
126). Auch in Amerika reifen die Weiber sehr frueh (Azara an vielen
Stellen). Schomburgk (1, 123) sah unter den Waraus in Guyana eine Frau
sagt, dass die Chaymasweiber mit 11-12 Jahren sich verheiratheten,
erzaehlt dasselbe von den Eskimos der Nordwestkueste von Amerika, den
Koriaeken und den Kamtschadalen (190), bei denen haeufig 10jaehrige Maedchen
letzterer Zug ganz richtig sein: die Leidenschaft der Jagd aber, welche
kein Thier schont, findet sich in Amerika nicht nur bei verkommenen
Voelkern. Sie herrscht in Canada (Waitz 3, 85) und gewiss sonst noch aus
besten, durch religioesen Glauben. Zunaechst sind die Frauen fast ueberall
in Amerika, Polynesien und Australien, in Neuholland auch die Juenglinge
und Knaben (Grey 2, 248), von den besten Nahrungsmitteln, die nur den
sind ausgedehnt wie Staemme, hat ihr “kobong” Pflanze oder Thier, das ihr
heilig ist, ihr den Namen gibt u.s.w. Wie in Amerika Leute von gleichen
Totem, so durften in Neuholland Leute desselben Kobongs einander nicht
Lueste, denen in Tahiti ein eigener Gott vorstand (Moerenh. 2, 168), waren
sehr ausgedehnt. Maenner in Weiberkleidern finden wir, wie in Amerika,
auch zu Tahiti, aber hier nur im Dienste der widernatuerlichen Wollust
Erromango schon eine hohe Kinderzahl ist, Turner 494), in Neuholland
(Grey 2, 248 ff.) und namentlich in Amerika vorfinden, so hat man, vor
allem mit Ruecksicht auf die Eingeborenen des letzten Landes gesagt, die
wodurch die Unfruchtbarkeit bewirkt wird; ausser den schon besprochenen
Gruenden wie Ausschweifungen, Krankheit u. dergl., die auch in Amerika
und vor allen auf Kamtschatka und den Aleuten wirkten, muss hier auf das
schon vor der Pubertaet (nach Schomburgk bei Waitz 1, 170). Mehr Maenner
als Weiber gab es noch in verschiedenen Orten in Amerika (z.B.
Californien Waitz 1, 170 Anmerk., bei den Guanas Azara 232), in
Weiber, welche zusammen 188 Kinder hatten; und gar manches Volk in
Amerika gibt es, welches eine sehr reichliche Kinderzahl besitzt, so die
Staemme der Nordwestkueste, die Nordindianer, welche Hearne besuchte, die
Ebenso war es in Amerika, namentlich in der suedlichen Haelfte des
Kontinentes, waehrend die Indianer Nordamerikas, wie sie ueberhaupt hoeher
grundlegend, recht eigentlich zu unserer Betrachtung gehoeren, dafuer hat
Waitz, was Amerika betrifft, 1, 165, Zeugnisse gesammelt. “Die
Kupferminenindianer sagt er an dieser Stelle, wurden durch die
wir gleich sehen werden, dort die Gewalt der Herrschenden noch absoluter
war als in Amerika. So wurde in Tonga der ganze Stamm eines Aufruehrers
vernichtet (Mariner 1, 271) und die fortwaehrenden Rachekriege dieser
Natur denken, sowohl in Hinsicht auf Klima, als auf Lebensmittel u.s.w.,
als die Suedspitze von Amerika und dennoch sagt derselbe Schriftsteller,
dass ein Aussterben der elenden Staemme der Feuerlaender nicht zu bemerken
Gegenden Polynesiens, z.B. in Nukuhiva, bisweilen der Hunger zum
Auffressen naher Verwandten trieb. Auch in Amerika, namentlich im
Norden, gibt es Voelker, die durch die aeussere Noth gezwungen, zum
Weidestrecken nahmen die Europaeer mehr und mehr im Lauf der Jahre ein in
Neuholland, Neuseeland, Afrika, Amerika, die fruchtbaren Kuestenstriche,
sonst der gewoehnliche Aufenthalt der Eingeborenen, haben sie ganz und
brauchte nicht mit der brutalen Roheit der Conquistadoren und ihrer
Pfaffen in Amerika oder der Sendlinge Frankreichs in den letzten
Jahrzehnten, der Laplace, Dupetitthouars u.s.w. in der Suedsee zu
Noch viel schlimmer, weil die Zerstoerung gruendlicher war, wirkten diese
Dinge in Amerika. Denn auch hier war Volk und Herrscher durch Bande
grosser Anhaenglichkeit und Religiositaet verknuepft. Der Herrscher, der
fast auf jeder Insel (Meinicke, Lutteroth und fast in allen Quellen); so
in Amerika schon im 16. Jahrhundert (Waitz 4, 188; 338); so auch in
Afrika bei Hottentotten, Kaffern, Negern, ueberall. Man sieht, unsere
Sec. 16. Behandlung der Naturvoelker durch die Weissen. Afrika. Amerika.
Gehen wir nun nach Amerika. Die Indianer Nordamerikas kamen den
Europaeern anfangs freundlich entgegen (Waitz 3, 242), aber die Weissen
zahlreiche Epidemien, Verpflanzung der Eingeborenen von einem Distrikt
zum anderen (welches Mittel auch in Amerika die verheerendsten Folgen
hatte) trugen zu dieser Vernichtung das ihrige bei. Aber wenn auch nach
nach diesen Quellen die Spanier nicht mit der empoerenden Grausamkeit
verfuhren wie in Amerika: so ist es doch auffallend, dass wir ganz
dieselben Erscheinungen hier wie dort nach ihrem Auftreten finden,
Polynesien ist 3 Jahrhunderte spaeter entdeckt worden als Amerika, eins
spaeter als die Marianen; so sehen wir denn hier die kultivirte
In Amerika haben die Cherokees, die Algonkins, die Irokesen und andere
Voelker deutlich genug bewiesen, dass auch die Indianer der Erhebung und
Fruechte: denn dass Polynesien wesentlich anders behandelt ist, als
Amerika, dazu trugen nicht wenig bei die Lehren von Maennern wie
Rousseau, der Gedanke, dass alle Menschen, mochten sie nun durch Staende
Hollaender am Cap, die Spanier und Portugiesen und zum Theil die
Englaender in Amerika. Das ewige Blutvergiessen und Morden musste sie
immer gleichgueltiger, immer roher machen und dadurch schwanden
Die französischen Frauen in Philosophie und Politik.–Die
Vorkämpferinnen der Frauenemanzipation in Amerika.–Talleyrand und das
Recht der Frauen auf Bildung.–Die französischen Arbeiterinnen und ihre
Rudolphi über die Erziehung der Töchter.–Die Erziehungsreform in
England und Amerika.–Der Einfluß der Klassiker auf deutsche
Frauenbildung.–Das Eindringen der Frauen in bürgerliche Berufssphären:
in Amerika,–in England,–in Frankreich,–in Deutschland.–Die Anfänge
der deutschen Frauenbewegung.–Die Bestrebungen für Frauenbildung und
ist der Grundstein des ausgedehnten Gebäudes weiblicher Bildung
geworden, das heute Amerika schmückt. Zu gleicher Zeit begann eine
andere Frau ihre öffentliche Thätigkeit: Lucretia Mott. Von 1820 an zog
Lande gethan, das es nicht erst nötig hatte, seine Kräfte durch mühsames
Ueberbordwerfen des Ballastes der Vergangenheit abzunutzen, von Amerika,
wo Horace Mann die Grundlage zu einem neuen Schulsystem legte. Dem immer
Mansfield die Ausübung der Praxis als Rechtsanwalt. Diesen Frauen, im
Verein mit den Schwestern Blackwell, gebührt der Ruhm, in Amerika ihrem
Geschlecht Bahnbrecherinnen geworden zu sein. Als die Universität
dem Mann in Bezug auf Unterricht, Beruf und Erwerbsbedingungen.[239]
Epochemachend für ganz Amerika waren die Schriften Virginia Pennys[240],
in denen sie schilderte, unter welch traurigen Bedingungen die Million
Berufsarbeit ihre Lage zu ändern im stande wäre. Die Agitation, die in
Amerika weniger die Aufgabe hatte, mit heftigen Gegnern zu kämpfen, als
vielmehr Blinden die Augen zu öffnen, hatte überall Erfolg: Colleges und
internationale Telegraphengesellschaft stellte seit 1853 Frauen als
Telegraphistinnen an. Aber ebenso wie in Amerika die zunehmende
Verwendung von Frauen im Lehrberuf, wie Gneist in seiner oben erwähnten
Die Universitäten waren den Frauen noch verschlossen; wie Miß Hunt in
Amerika ein Jahrzehnt früher, so hatte Miß Jessie Meriton 1856 in
England den ersten vergeblichen Versuch gemacht, zugelassen zu
mehr den Posten bekleidet hatte, als Schulinspektorinnen an. Und wie in
England und Amerika, so pochte auch hier eine Frau, Madame Madeleine
Brés, an die Pforten der Universität und verlangte, zu den Vorlesungen
bürgerliche Berufe machte von da an rapide Fortschritte. Ein ganzes Netz
von Vereinen aller Art spann sich über Amerika aus; ihre Agitatorinnen
reisten von Ort zu Ort, den Gedanken der Frauenbefreiung durch
die Engländerinnen sich nicht vorbereiten könnten. Im Unterschied von
Amerika aber ist die Erziehung der Geschlechter,–mit Ausnahme von
Irland, wo kürzlich der Versuch eines für Knaben und Mädchen gemeinsamen
Haushaltungs- und landwirtschaftlichen Schulen der Grafschaftsräte
thätig, aber Gemeindevorsteher und Bürgermeister wie in Amerika finden
wir nicht. Anders gestaltet es sich in den privaten Berufen, wo die
wurde. Unter den gelehrten Berufen aber ist der medizinische derjenige,
in dem die Frauen in England wie in Amerika sich am meisten auszeichnen.
Sie erfreuen sich großer Praxis und allgemeiner Anerkennung, die auch
jedesmal zu neuem Leben erweckt hatte, blieb schließlich in seinen
Erfolgen hinter Amerika und England zurück. Die Ursache davon ist
vorwiegend in der durch die Napoleonische Gesetzgebung hervorgerufenen
mehr der Sozialdemokratie überließ. So kam es, daß zu einer Zeit, wo die
Frage der Zulassung der Frauen zum ärztlichen Beruf in Amerika, England,
Frankreich, Rußland und Oesterreich soweit entschieden war, daß sie
Geschlechts zum ärztlichen Beruf noch nicht für spruchreif
erklärte–nachdem seit über zwanzig Jahren Aerztinnen in Amerika,
Australien, England, Rußland praktizierten, und der Negus von Abessinien
mit den–Mißerfolgen der Fabrikinspektorinnen in England und besonders
in Amerika, während ihre Existenz in Frankreich überhaupt angezweifelt
wurde. Als schließlich auch die Liberalen der Sache Verständnis
Vorteilhafter für sie ist ihre zunehmende Verwendung im Journalismus.
Zwar sind sie noch weit davon entfernt, wie in Amerika und England als
Kriegskorrespondentinnen großer Zeitungen, oder, wie in Frankreich, als
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