Kulturkampf in Amerike

Amerika war vor dem Einfluss der Kultur theilweise von dichten Wäldern,
theilweise von Savannen mit dünnen Holzbeständen, theilweise, aber in

Der tropische Urwald nimmt den grössten Theil des äquatorialen Amerika
ein. Nach Norden erstreckt er sich nur bis zum Wendekreis, während er sich
1. Ein einigermassen vollständiges Verzeichniss der Pflanzenarten, die in
Amerika epiphytisch wachsen, kann zur Zeit nicht aufgestellt werden; dazu
sind die Standortsangaben in Herbarien und Floren zu unvollständig. Um
jedoch ein ungefähres Bild der systematischen Zusammensetzung der
Epiphytengenossenschaft in Amerika zu geben, habe ich die Gattungen
zusammengestellt, die nach meinen eigenen Beobachtungen oder Angaben in
Arten führen_, so die Farne, Orchideen, Bromeliaceen, Araceen, Gesneraceen
und Vacciniaceen. Mehrere der grössten Familien des tropischen Amerika
entbehren epiphytischer Arten gänzlich, so die Gräser, Palmen,
klimatischen Bedingungen, die epiphytische Vegetation des tropischen
Amerika hervorgegangen; indem vielen dieser Pflanzen später nur ihre
Fähigkeit, epiphytisch zu leben, das Bestehen im Kampfe ums Dasein

Einige grosse Farne des tropischen Amerika zeigen ein demjenigen von Anth.
Hügelii ähnliches Verhalten, so namentlich die westindischen Polypodium
graue Schweife in den kühleren Waldlandschaften des tropischen und
subtropischen Amerika beinahe nie fehlen und vielfach das Laub ganz
verdecken (Taf. II). Jeder dieser Schweife, deren Lange bis gegen 3 m
die wesentlichsten Elemente der Epiphytenflora der Savannen im ganzen
tropischen und subtropischen Amerika.

(Crescentia Cujete) unter allen anderen mir bekannten Bäumen des
tropischen Amerika, in Bezug auf den Reichthum ihrer epiphytischen
Vegetation, sowohl was die Zahl der Arten als der Individuen betrifft, bei
Durch persistirende Blattbasen beschuppte Palmen sind überhaupt, im
tropischen und subtropischen Amerika, vielfach von grossen epiphytischen
Farnen bedeckt. Anetium citrifolium scheint auf Jamaica nur solche zu
Eine noch mehr charakteristische, obwohl wiederum wesentlich aus Farnen
bestehende epiphytische Flora zeichnet, im ganzen tropischen Amerika, die
_Baumfarne_ aus. Vorwiegend sind auf denselben die Hymenophyllaceen, von
von gewissen Epiphyten sehr bevorzugt zu werden oder ihnen sogar als
einziger Standort zu dienen, nicht auf Amerika beschränkt. So gibt HOOKER
die Stämme von Baumfarnen als Standort des Hymenophyllum rarum in
auf Bäumen gesehen habe. Jedermann, der das tropische oder subtropische
Amerika je besucht hat, kennt dieses wunderbare, bartflechtenähnliche
Gewächs, dessen zuweilen über sechs Fuss lange Schweife an den Spitzen der
Der Unterschied zwischen der epiphytischen und der rupestren Vegetation in
Amerika beruht indessen nicht bloss auf der Anwesenheit charakteristischer
Pflanzenarten in jeder derselben. Die Epiphytengenossenschaft ist nicht
Savannengebieten, die unter dem Namen von Llanos, Catingas, Campos
u. s. w. das Innere des tropischen Süd-Amerika bedecken. Diese Savannen
stellen bekanntlich nicht ein ununterbrochenes Wiesenland dar, sondern
schmückten. Ein in einer Waldhütte lebender Brasilianer, der, wie die
Einwohner des tropischen Amerika überhaupt, über die »parasitas« wohl
Bescheid wusste, sagte mir, dass solche ausschliesslich in feuchten
_Vollständig_ fehlt, nach dem Gesagten, die atmosphärische Vegetation auch
in den trockeneren Gebieten des tropischen Amerika beinahe nirgendwo auf
grösseren Strecken. Stets ist dieselbe aber, wo die Feuchtigkeit spärlich,

_5. Die Epiphyten sind in Amerika nicht streng auf die tropische Zone_
(incl. Süd-Brasilien) _beschränkt. Mehrere Arten kommen vielmehr in den
gewähren einen der wunderbarsten Anblicke, die mir die Pflanzenwelt in
Amerika geboten hat; auch auf den Waldbäumen sind Tillandsiabärte eine
gewöhnliche Erscheinung. Eine reichere epiphytische Vegetation sah ich

Während die Floren und Reiseberichte über das tropische Amerika die
Standortsverhältnisse der Pflanzen meist arg vernachlässigen, sind
diejenigen Formen, die auf Savannenbäumen vorkommen, dürften, ähnlich wie
in Amerika, als Flüchtlinge aus dem Urwald zu betrachten sein. Es liegt
nicht in meiner Absicht, einen genauen Vergleich zwischen den Epiphyten
Genossenschaft im extratropischen Australien und in Japan, wie im
extratropischen Amerika, aus tropischen Colonisten;_ auch hier war das
Klima feucht genug für Pflanzenformen, die sich bereits an epiphytische
8. Nach den Ergebnissen, zu welchen wir in Bezug auf das temperirte
Nord-Amerika und Argentinien gelangt sind, könnte man geneigt sein,
anzunehmen, dass das extratropische Amerika seine epiphytische Vegetation,
mit Ausnahme der Moose und Flechten, ausschliesslich aus dem tropischen
erhalten habe. Die Sache verhält sich jedoch anders. _Neben dem tropischen
gibt es in Amerika einen zweiten, weit kleineren Bildungsherd
epiphytischer Gewächse, das antarktische Waldgebiet,_ »wo die
und, wenn auch nicht formenreiche, so doch sehr eigenartige, von
derjenigen des tropischen Amerika durchaus abweichende epiphytische
Vegetation(29).
Dass das antarktische Waldgebiet eine von derjenigen des tropischen
Amerika wesentlich abweichend zusammengesetzte Epiphytengenossenschaft
besitzt, kann uns bei seiner niederen Temperatur und seiner Trennung vom
Bei der grossen Verbreitungsfähigkeit der Epiphytengenossenschaft könnte
man vielleicht denken, dass letztere im antarktischen Amerika doch nicht
autochthon sei, sondern sich aus Emigranten des östlichen Theils der
Typen als in Süd-Chile, und unter denselben befindet sich Psilotum, das im
tropischen und subtropischen Amerika, wie auch in den feucht-warmen
Gebieten der alten Welt weit verbreitet, das antarktische Waldgebiet nicht
Wälder beider Gebiete stehen in dieser Hinsicht weit hinter denjenigen des
tropischen Amerika und des indo-malayischen Florenreichs zurück. Die
Ursache dieser Armuth ist nicht schwer zu errathen. Süd-Chile und
Das wesentlichste allgemeine Resultat, zu welchem uns die Betrachtung der
epiphytischen Flora im antarktischen Amerika und in Neu-Seeland führt,
ist, dass, ähnlich wie in den hohen Regionen tropischer Gebirge, _auch in

Ausserhalb der Wendekreise haben in Amerika nur wenige Gebiete sehr
beschränkter Ausdehnung über 200 cm Regen; es sind in Süd-Amerika die
extratropische süd-brasilianische Küste (S. Paulo bis S. Catharina) und
die Westküste Chiles und Feuerlands(32), Gebiete, deren Reichthum an
Epiphyten hervorgehoben wurde. Im extratropischen Nord-Amerika gehört zu
diesen feuchtesten Gebieten nur die dicht bewaldete nordwestliche Küste,
deren Feuchtigkeitsverhältnisse diesen Uebergang terrestrischer Gewächse
auf die Baumrinde nicht gestatten, wie in Nord-Amerika nördlich vom 38.°,
oder wo bei anscheinend günstigen klimatischen Bedingungen, die das
An epiphytische Lebensweise angepasste Pflanzenarten sind, nach dem
Vorhergehenden, in Amerika ausschliesslich im tropischen und im
antarktischen Walde entstanden. In beiden beruht der Ursprung der
weit über die Grenzen des Urwalds hinaus verbreitet; sie haben die
Savannenwälder des inneren tropischen Amerika colonisirt und die
Wendekreise nach Norden und Süden bedeutend überschritten.
dünnen Stämme wohl begreiflich ist. So gleicht der Wald in tropischen
Savannen mehr einem solchen in Nord-Amerika oder Europa als dem viel näher
gelegenen feuchten Urwalde. Andererseits aber finden wir stellenweise in

regards the quantity and distribution of the yearly rainfalls. This
would chiefly be the case with the Gulf States of North-Amerika,
where likewise the summer is the rainiest season of the year, and

Der Urwald im temperirten noerdlichen, im tropischen und im antarktischen ist sehr unterschiedlich!

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