Mikronesien

In Mikronesien ist die Bevölkerung der Marianen, welche bei Ankunft der

Spanier 1668 mindestens 78,000 Einwohner gehabt haben, für die aber auch


Syphilis und andere Seuchen durch europäische Seeleute eingeschleppt

(Meinicke Zeitschr. 398), wie denn überhaupt Mikronesien auch sonst sehr

durch solche bösen Einwirkungen gelitten hat (Gulick 245).


alle Krankheit für Behexung (Turner 18-19), obwohl auch die Melanesier

Aderlass und derartige Mittel kennen (eb. 92). Auch in Mikronesien

tödtete man entweder die Kranken (indem man sie in einem lecken Schiff


mit ihm den Anlass aller Krankheiten aus dem Mund. Schwerkranke wurden,

wie in Mikronesien, ausgesetzt, oder, wie in Nukuhiva erstickt (Waitz 4,

327). Das Hervorziehen des Steines oder Knochens aus dem Körper des


durch Platt- und Hochdrücken war in Tahiti sehr häufig 1, 261. Auch auf

Mikronesien ist die Wartung der Kinder schlecht. Auf Tobi (Lord North,

äusserstes Süd-Westende Mikronesiens) erhalten die Kinder sofort nach


ihren schweren Arbeiten von doppeltem Gewichte war. In Poly- und

Mikronesien (in Melanesien herrschten Sitten, die den australischen

näher kommen und Fidschi steht zwischen beiden) war die Stellung der


Thiere, in welchen ihr Schutzgeist oder der Geist ihrer Ahnen verborgen

ist, weder tödten noch essen dürfen. So in Mikronesien z.B. auf Ponapi

(O’Connel bei Hale 84), auf Tikopia (Gaimard bei D’Urville V, 305-307),


betrachten. Zunächst ist unter ihren geistigen Eigenschaften ihre

furchtbare Trägheit hervorzuheben, welche z.B. in Mikronesien so weit

geht, dass man viel zu indolent ist gegen eine fürchterliche Form des


trank man ihn auf Neuseeland, obwohl man ihn kannte, nicht. Auch in

Mikronesien, wo indess die Wurzel zerrieben, nicht gekaut wurde, war der

Kavatrank sehr beliebt und sehr verbreitet (Hale 83: Gulick 417). Was


trinken durften, nie das Volk, und auch die Fürsten nur bei und unter

bestimmten Feierlichkeiten (Hale 43, für Mikronesien Novara 1, 371). So

hat denn auch der Schade, den dieser Genuss hervorrief, fast nur die


alle Polynesier einen grossen Widerwillen (Novara 2, 337 für

Mikronesien), und wenn er trotzdem in Tahiti und Hawaii so verderbliche

Wirkungen hervorgerufen hat, so muss man bedenken, wie er zu Tahiti von

Mikronesien steht viel höher in dieser Beziehung, mit Ausnahme der alten

Marianer, unter denen, freilich nach den alten spanischen Berichten


Gobien berichtet manches entsprechende. Aber sonst fanden die ersten

europäischen Besucher in Mikronesien keine Ausschweifungen, weder im

Trunk noch in der Liebe vor, wenn auch die Mädchen leicht zu gewinnen


das Gegentheil bei anderen, z.B. den Fidschis der Fall; dieselben

Gegensätze zeigt Mikronesien und Polynesien, in welchem letzteren Gebiet

z.B. Tonga ganz anders als Tahiti und die Markesasinseln nur fruchtbare


Aber schlimmer noch und wahrhaft in entsetzlicher Ausdehnung tritt der

Kindermord auf im übrigen Ozeanien. Wir beginnen mit Mikronesien.

Während allerdings die Carolinen frei von diesem Verbrechen waren

Auch in Mikronesien wurden und werden heftige Kriege geführt, so auf den

Palaus (Keate), auf einzelnen Karolinen und zwar auf den hohen Inseln


Markesasarchipel, auf Tonga, bei der alten Bevölkerung der Marianen

(während sonst Mikronesien in der Praxis wenigstens die Gegensätze

minder scharf fasst) gilt das Volk als unbeseelt, daher sein Leben als


Menschenstamm, der von früher besserem Zustand herabgesunken scheint;

dasselbe ist der Fall mit Mikronesien und dem eigentlichen Polynesien,

sowie mit den Hottentotten. Am weitesten vorgeschritten war der Verfall


englische Kriegsschiff Perseus, Capitän Stevens, 1867 im Frühjahr vor

der Palaus (Pelewsinseln, westliches Mikronesien), um Genugthuung zu

fordern: es zeigte sich, das der Kaufmann auf Befehl des Königs, auf

v. Kittlitz, Denkwuerdigkeiten auf einer Reise nach d. russ. Amerika,

In Mikronesien ist die Bevoelkerung der Marianen, welche bei Ankunft der

Spanier 1668 mindestens 78,000 Einwohner gehabt haben, fuer die aber auch


Syphilis und andere Seuchen durch europaeische Seeleute eingeschleppt

(Meinicke Zeitschr. 398), wie denn ueberhaupt Mikronesien auch sonst sehr

durch solche boesen Einwirkungen gelitten hat (Gulick 245).


alle Krankheit fuer Behexung (Turner 18-19), obwohl auch die Melanesier

Aderlass und derartige Mittel kennen (eb. 92). Auch in Mikronesien

toedtete man entweder die Kranken (indem man sie in einem lecken Schiff


mit ihm den Anlass aller Krankheiten aus dem Mund. Schwerkranke wurden,

wie in Mikronesien, ausgesetzt, oder, wie in Nukuhiva erstickt (Waitz 4,

327). Das Hervorziehen des Steines oder Knochens aus dem Koerper des


durch Platt- und Hochdruecken war in Tahiti sehr haeufig 1, 261. Auch auf

Mikronesien ist die Wartung der Kinder schlecht. Auf Tobi (Lord North,

aeusserstes Sued-Westende Mikronesiens) erhalten die Kinder sofort nach


ihren schweren Arbeiten von doppeltem Gewichte war. In Poly- und

Mikronesien (in Melanesien herrschten Sitten, die den australischen

naeher kommen und Fidschi steht zwischen beiden) war die Stellung der


Thiere, in welchen ihr Schutzgeist oder der Geist ihrer Ahnen verborgen

ist, weder toedten noch essen duerfen. So in Mikronesien z.B. auf Ponapi


betrachten. Zunaechst ist unter ihren geistigen Eigenschaften ihre

furchtbare Traegheit hervorzuheben, welche z.B. in Mikronesien so weit

geht, dass man viel zu indolent ist gegen eine fuerchterliche Form des


trank man ihn auf Neuseeland, obwohl man ihn kannte, nicht. Auch in

Mikronesien, wo indess die Wurzel zerrieben, nicht gekaut wurde, war der

Kavatrank sehr beliebt und sehr verbreitet (Hale 83: Gulick 417). Was


trinken durften, nie das Volk, und auch die Fuersten nur bei und unter

bestimmten Feierlichkeiten (Hale 43, fuer Mikronesien Novara 1, 371). So

hat denn auch der Schade, den dieser Genuss hervorrief, fast nur die


alle Polynesier einen grossen Widerwillen (Novara 2, 337 fuer

Mikronesien), und wenn er trotzdem in Tahiti und Hawaii so verderbliche

Wirkungen hervorgerufen hat, so muss man bedenken, wie er zu Tahiti von

Mikronesien steht viel hoeher in dieser Beziehung, mit Ausnahme der alten

Marianer, unter denen, freilich nach den alten spanischen Berichten


Gobien berichtet manches entsprechende. Aber sonst fanden die ersten

europaeischen Besucher in Mikronesien keine Ausschweifungen, weder im

Trunk noch in der Liebe vor, wenn auch die Maedchen leicht zu gewinnen


das Gegentheil bei anderen, z.B. den Fidschis der Fall; dieselben

Gegensaetze zeigt Mikronesien und Polynesien, in welchem letzteren Gebiet

z.B. Tonga ganz anders als Tahiti und die Markesasinseln nur fruchtbare


Aber schlimmer noch und wahrhaft in entsetzlicher Ausdehnung tritt der

Kindermord auf im uebrigen Ozeanien. Wir beginnen mit Mikronesien.

Waehrend allerdings die Carolinen frei von diesem Verbrechen waren

Auch in Mikronesien wurden und werden heftige Kriege gefuehrt, so auf den

Palaus (Keate), auf einzelnen Karolinen und zwar auf den hohen Inseln


Markesasarchipel, auf Tonga, bei der alten Bevoelkerung der Marianen

(waehrend sonst Mikronesien in der Praxis wenigstens die Gegensaetze

minder scharf fasst) gilt das Volk als unbeseelt, daher sein Leben als


Menschenstamm, der von frueher besserem Zustand herabgesunken scheint;

dasselbe ist der Fall mit Mikronesien und dem eigentlichen Polynesien,

sowie mit den Hottentotten. Am weitesten vorgeschritten war der Verfall


englische Kriegsschiff Perseus, Capitaen Stevens, 1867 im Fruehjahr vor

der Palaus (Pelewsinseln, westliches Mikronesien), um Genugthuung zu

fordern: es zeigte sich, das der Kaufmann auf Befehl des Koenigs, auf

Trackback URL für diesen Beitrag: trackback