Montenegro

Kommt Montenegro noch einmal zur Ruhe? Geschichtliche Aspekte beleuchtet..
Spuz (spr. spuhsch), Städtchen in Montenegro, an der
Zeta, mit Citadelle und ca. 1000 Einw.; lange Schauplatz von
Kämpfen mit den Türken, kam durch den Berliner Frieden
1878 an Montenegro.


Armee, ward schon 1862 Kapitän und kämpfte mit
Auszeichnung in Montenegro, wurde darauf als Bataillonskommandeur
in die Kaisergarde versetzt und 1867 nach Kreta gesandt, wo er

Oberkommandanten von Bosnien und der Herzegowina ernannt,
verproviantierte Nikschitz und rückte in Montenegro ein, wurde
aber im Juli, als die Russen in Rumelien eindrangen,

Helgoland 15, Italien 20, Luxemburg 6, Malta 40, Marokko 40,
Montenegro 20, Niederlande 10, Norwegen 20, Österreich-Ungarn
10, Portugal 25, Rumänien 20, Rußland (europäisches

Montenegro (1885) ….


Großbritannien nebst Gibraltar und Malta, Italien, Japan,
Luxemburg, Montenegro, Natal, Niederlande (zugleich für
Niederländisch-Indien), Norwegen, Österreich-Ungarn,

Tschernagora (besser Crnagora), slaw. Name für
Montenegro; Tschernagorzen, die Montenegriner.

Schkodra (Skutari) nach Abzug des 1880 an Montenegro
abgetretenen Gebiets . ca. 203000

Zurückziehung der eben damals siegreich in das
aufständische Montenegro eingedrungenen türkischen
Truppen aus diesem österreichischen Grenzland und die

befestigte Lager hielt sie Serbien in Schach und schnitt die
Insurgenten von Montenegro ab, worauf sofort der Aufstand auf
einige rauhe Gebirgsgegenden beschränkt wurde. Nun aber trat

Entlassung Mahmuds, Entfernung Ignatiews und Krieg gegen
Montenegro. Keine Hand rührte sich für Abd ul Asis.
Umsonst suchte derselbe durch Berufung eines populären Mannes

ihre eignen Unterthanen in Dulcigno mit Gewaltkur Unterwerfung
unter ihre Abtretung an Montenegro zu zwingen. Ihr Versuch, 1879
bei der Absetzung des Chedive von Ägypten ihre Hoheitsrechte
Der Gewissenhaftigkeit wegen war für die Studienreise durch Dalmatien
und Montenegro usw. die kroatische Sprache erlernt worden. Mit der zur
Verständigungsmöglichkeit ausreichenden Kenntnis dieses auf heimatlichem

es unter italienischem Einfluß nicht. Wesentlich besser ging es droben
in Montenegro, wo die serbokroatische Sprache vom Kaufmannsitalienisch
nicht “infiziert” worden ist.
schwierigsten zu Hilfe riefen. Sie befragten ihn durch eine Deputation.
Der Fürstbischof[9] von Montenegro, denn er war jener Mann, gab den
Bokelen den Ratschlag, sie sollten eine provisorische Verwaltung des

Richter, den Peter Petrovic, den ruhmvollen Erzbischof und Metropoliten
von Montenegro,» wählte.[10]


sich nach zwei Seiten um Hilfe um. Die erste Hilfe war natürlich in
Montenegro zu suchen. Eine andere Hilfe hofften sie von den Russen zu
bekommen. Nicht aber von den Russen in Russland, sondern von der

In Cetinje weilte damals der russische Agent _Sankorski_, auf dessen
Mission in Montenegro wir noch einmal zu sprechen kommen werden. Zum
Vladika und zu dem russischen Agenten sandten die Bokelen eine

übernahm die Staatsverwaltung nach dem Tode seines Vetters, des Vladika
Javva 1782. Es war damals eine ungemein schwierige Zeit für Montenegro.
Die Gefahr drohte von dem _Ikadarsee_ her, von dem Vezir von Ikadar

gerieten, sandten beide Höfe, Petersburg und Wien, ihre Boten nach
Montenegro, um den Vladika für den Krieg gegen den gemeinsamen Feind zu
gewinnen. Joseph II. schrieb an den Vladika, dass er die Absicht habe,

zu folgen. Er tat alles mögliche, um dem österreichischen General
_Vukasovic_ bei seinen Operationen gegen die Türken von Montenegro aus
beizustehen. Mit seinen Truppen und mit allen Mitteln, die ihm zur

Nachteile musste er erleiden. Er zog sich nämlich den Groll der Türken
zu, die nun nach Rache gegen Montenegro trachteten, da es von Russen und
Oesterreichern nach dem abgeschlossenen Frieden verlassen ward. Nach

Seitdem liessen die Türken Montenegro in Ruhe. _Selim III._ erkannte
selbst die Unabhängigkeit Montenegros an und bezeugte in seinem

auf sich zu ziehen. Die russische Diplomatie, die nach dem Frieden zu
Jasch Montenegro vollständig sich selbst überlassen hatte—trotz der
oben erwähnten Versicherung Ekatarinas—brachte jetzt alle Huldigungen

dem katholischen Abbat _Dolci_ (der ein dalmatinischer Serbe war),
danach trachte, Montenegro an die Franzosen um 25,000 Dukaten
auszuliefern. Alexander sandte sofort seinen Agenten nach Cetinje mit

Uns bezeugt hat, dass die herrschsüchtigen Fremden–die leider mitten in
Montenegro die Unterstützung von manchen Leuten finden, die sich mit
ruchlosen Absichten tragen–das montenegrinische Volk und seine
Unabhängigkeit mit Vernichtung bedrohen … Durch den Wunsch bewogen,
diese Gefahr abzuwenden, haben wir nach Montenegro unsern Kommissär, den
General-Lieutnant Graf _Svelic_ mit dem Auftrag gesandt, die

Gnade und den Grossmut der russischen Zaren und des Synods selbst
vergessen, die vom Synod an Montenegro geschenkten Kirchengeräte und
-gewänder veräussert, Klöster und Kirchen, Gottesdienst und

russischen Grenzen lebt. Darum hat er auch kein Recht über uns. Denn
wir, das Volk in Montenegro und den Bergen, sind nicht Untertanen des
russischen Reiches, sondern wir stehen bloss in seinem moralischen

Macht Montenegros. Im Jahre 1803 entsandte Bonaparte einen Offizier,
_Félix de Laprade_, nach Montenegro, um mit dem Vladika ein Bündnis zu
Werke zu bringen. Zu derselben Zeit waren die französischen Agenten,

bekannt. Diesen Wunsch legte er darum seinen Verhandlungen zugrunde. Er
versprach, die Bocca Montenegro zu überlassen, und übertrug dem Vladika
alle Ehren. Bonaparte beabsichtigte, mit Oesterreich und mit der Türkei

Bonaparte die Sache in die Länge zog, ist nicht sicher. Es war ein
Moment der Spannung zwischen Montenegro und Russland. Er hatte die beste
Gelegenheit, diesen Moment auszunützen. Das hatte er angefangen, aber

sein Land vor den Türken gesichert hatte, richtete er sein Augenmerk
ausschliesslich auf die Bocca. Die Bocca zu befreien und mit Montenegro
zu vereinigen, war sein einziges Streben. Nur angesichts dieses Ideals

kostete es viel Geschick und Mühe, den Ausbruch eines Krieges mit
Montenegro zu verhindern oder zu verschieben.

So war am Anfang des Jahres 1805 für Russland immer noch die Möglichkeit
gegeben, seine Beziehungen zu Montenegro wieder herzustellen. Alexander
liess auch diesen Augenblick nicht unbenutzt. Bald nach der

eröffnete den Plan, Napoleon zu bekriegen und «Europa zu befreien». Er
sandte Sankovski nach Cetinje, um Montenegro für die eventuelle Aktion
für sich zu gewinnen.[26] Sankovskis besondere Mission bestand

Sankovski brachte 3000 Dukaten mit sich, eine Summe, welche seit 1802 an
Montenegro nicht bezahlt worden war.[27] In einem Schreiben, das
Alexander an das Volk in Montenegro richtete, hiess es: «Immer bereit,
euch Unsere Gunst zu bezeugen, haben Wir eurem Wunsche in bezug auf den

cet homme …»[74] Und der Generalmajor aus Warschau gab an Marmont
folgende Instruktion in bezug auf Montenegro: «Vous ne devez pas,
général, attaquer les Monténégrins, mais, au contraire, tâcher d’avoir

être faite avec toute la dexterité convenable.»[75] Fragt jemand: «Was
lag Napoleon an guten Beziehungen zu Montenegro und seinem Bischofe, da
er nun einmal die Bocca in seiner Macht hatte?», so müssen wir nochmals

Cetinje.[78] Mit grossem Unwillen sah er, wie die Beziehungen zwischen
Oesterreich und Montenegro von Tag zu Tag immer freundlicher wurden.

In seinem Uebermut verlangte er schliesslich von Napoleon 7-8000 Mann
und 8 Tage Zeit, um Montenegro zu erobern.(!)[79] Das wurde ihm
natürlich nicht gewährt. Unterdessen bekam Marmont Anlass, sich über den
Vladika noch mehr zu beklagen, im dem Augenblick nämlich, wo er von dem
zwischen Montenegro und seinem ehemaligen Todfeinde, dem Vezier von
_Scutari_, abgemachten Frieden hörte. Dieser verbot den französischen

Diese waren der Priester _Lazar Radonic_ aus dem Geschlecht _Njegusch_
und sein achzehnjähriger Sohn. Infolgedessen war ganz Montenegro empört,
insbesondere das genannte Geschlecht. Es gab nun in dem Küstenlandstrich

Waffen zurückliessen. Dieser Vertrag vermochte gleichwohl das
feindschaftliche Verhältnis zwischen Frankreich und Montenegro nicht zu
ändern. Von Anfang an waren die Franzosen den Bokelen und

ausarbeiten.[82] Andere Ereignisse lenkten aber seine Aufmerksamkeit von
Montenegro ab, und so gab er seine Absichten wieder auf.


nämlich hielten die Bokelen eine Volksversammlung ab, in der sie
beschlossen, sich mit Montenegro zu vereinigen, die Oberhoheit des
montenegrinischen Bischofs anzuerkennen und in ihrem eigenen Lande eine

_Cyprien Robert: Les Slaves de la Turquie_, 2 vol., Paris 1844. Im
ersten Band Montenegro und die Bocca.

_Karadschic V.: Montenegro und die Montenegriner_, Stuttgart 1837.

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