Redewendungen aus Amerika III

»Nach Amerika!« — Leser, erinnerst Du Dich noch der Märchen in »Tausend
und eine Nacht«, wo das kleine Wörtchen »Sesam« dem, der es weiß, die

»Nach Amerika,« leicht und keck ruft es der Tollkopf trotzig der ersten
schweren, traurigen Stunde entgegen, die seine Kraft prüfen sollte, seinen
Muth stählen — »nach Amerika,« flüstert der Verzweifelte der hier am Rand
des Verderbens dem Abgrund langsam aber sicher entgegen gerissen wurde –
»nach Amerika,« sagt still und entschlossen der Arme, der mit männlicher
Kraft, und doch immer und immer wieder vergebens gegen die Macht der
hier im Vaterlande sieht, und doch nicht betteln _will_, nicht stehlen
_kann_ — »nach Amerika« lacht der Verbrecher nach glücklich verübtem Raub,
frohlockend der fernen Küste entgegen jubelnd, die ihm Sicherheit bringt
vor dem Arm des beleidigten Rechts — »nach Amerika,« jubelt der Idealist,
der wirklichen Welt zürnend, weil sie eben wirklich ist, und über dem
Ocean drüben ein Bild erhoffend, das dem in seinem eigenen tollen Hirn
erzeugten, gleicht — »nach Amerika« und mit dem einen Wort liegt hinter
ihnen, abgeschlossen, ihr ganzes früheres Leben, Wirken, Schaffen — liegen
die Bande die Blut oder Freundschaft hier geknüpft, liegen die Hoffnungen
die sie für hier gehegt, die Sorgen die sie gedrückt — _»nach Amerika!«_

dem, aus jenem Grund — und täglich, stündlich noch hören wir von anderen,
von denen wir im Leben nie geglaubt daß _sie_ je an Amerika gedacht, wie
sie mit Weib und Kind und Hab und Gut hinüberziehn.
Die Weberfamilie
Nach Amerika
Der Tanz im rothen Drachen
auch, auf das Geschrei an Bord, rasch in diesen zurücksprangen, trieb doch
Clara schon hinter dem Dampfboot aus, als der junge, eben von Amerika
zurückgekehrte Mann, der dem ganzen Vorfall vom Deck des Dampfers
manchmal bei recht guter Laune war, nannte, auffällig niedergeschlagen
gewesen; er hatte Briefe von Amerika bekommen, wie er sagte, und ein sehr
lieber Freund von ihm war dort schwer erkrankt, auch ein Schiff das ihm

»Nach Amerika.«

»Ihr wollt Euch wohl ein paar von den gebratenen Tauben holen die in
Amerika herumfliegen?« mischte sich hier der Apotheker in’s Gespräch, der
nicht umhin konnte dem »Auswanderer«, wie er sich ausdrückte, »einen Hieb
aufheben, und ein paar Thaler sollten doch auch noch wenigstens, wenn das
irgend anging, übrig bleiben, damit sie nur die ersten Tage in Amerika,
ehe sie Arbeit bekämen, vor Sorge geschützt wären. Den glänzenden
»Nicht so arg?« rief aber Schollfeld, der hier sein Steckenpferd ritt, und
sich selten eine Gelegenheit entgehen ließ auf Amerika zu schimpfen –
»nicht so arg? da, hier lesen Sie einmal das Tageblatt, was der wackere
der er nicht ein oder den anderen Hieb auf die Verhältnisse Ihres
»glücklichen Amerika« hat — das muß ja ein wahres Raubnest sein, lesen Sie
nur einmal.«
weggelaufener Advokat, den die Verhältnisse aus Deutschland vertrieben,
und den in Amerika Niemand mit seinen Talenten haben mochte. Zu faul zum
arbeiten, und nicht im Stande etwas Anderes zu thun, wurde er dort
Thür geworfener Mops, stellt er sich jetzt draußen hin, wo sich Niemand
die Mühe giebt ihn zu stören, und schimpft und klefft. Ich will Amerika
eben nicht in allem vertheidigen, aber was _der_ gerade darüber sagt würde
»Na jetzt freut mich aber mein Leben,« rief Herr Schollfeld erstaunt aus –
»erst schimpfen Sie selber auf Amerika, und nun auf einmal soll der arme
Doktor die ganze Schuld tragen.«

»Ich _schimpfe_ nicht auf Amerika,« sagte Kellmann ruhig, »ich kann nur
nicht leiden wenn man es auf Kosten unseres eigenen Vaterlandes

»Nach Amerika,« sagte aber der junge Mann entschlossen und wollte noch
etwas hinzusetzen, aber der Apotheker schlug dermaßen auf den Tisch, und
gebrachte Glas auf einen Zug hinuntergoß, wie um seinen Ingrimm damit
nieder zu spülen — »wenn Ihr nach Amerika auswandern wollt, wer soll denn
noch da bleiben?«
sagte Lobsich, sich den Kopf kratzend — »Schwerebrett das ist mir — hm –

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