Tonga

3) Die polynesische, auf Neuseeland (Maori), den Unionsinseln,
Samoa, Tonga, Tahiti, Rarotonga, Paumotu, den Markesas, der
Osterinsel etc. bis einschließlich Hawai im Norden.

Freundschaftsinseln (Friendly Islands) benannt. Die Flagge s. auf
Tafel “Flaggen I”. Vgl. Mariner, Account of the Tonga Islands
(Lond. 1814, 2 Bde.; deutsch, Weim. 1819); Meinicke, Die Inseln des

wie die Samoaner und Tonganer; früher war U. eine Dependenz
von Tonga. Die Gruppe wurde 1767 von Wallis entdeckt, 1837 kamen
katholische Missionäre hierher und bekehrten die Bewohner,

Mariner, Tonga Islands. London 1818.


so schlimm, dass eine Menge Verwachsungen u. dergl. durch sie entstehen
(Dieffenbach 2, 17-25). Auf Tonga hatte sie Cooks Mannschaft, wie Cook
selbst erzählt dritte Reise 2, 390 eingeschleppt; doch kann sie hier

verlief, dass er weiter keine Folgen hatte. Allein ob nicht die Art von
Gonorrhöe mit ardor urinae, die er 268 als in Tonga heimisch erwähnt,
doch noch vielleicht von Cooks Mannschaft herstammte? Auch auf dem

werden von früher (Cook a.a.O. 2, 331) schon Beispiele erwähnt, wo
Infizirte, freilich selten genug, von selbst genassen. Nur in Tonga
scheint, bei dem keuscheren Leben der Tonganer das Unheil wenigstens

_G***_, 115); ebenso in Südamerika bei den Moxos (Waitz 3, 538; b 151).
In Tonga bestand die Behandlung der Kranken fast nur darin, dass man sie
von einem Tempel zum andern schleppte, um die Priester und Götter für

Hautkrankheiten, und zwar sehr bösartige der Kinder (jaws, framboesia)
werden öfters erwähnt, z.B. in Tonga, wo die Kinder gut gepflegt und
sonst sehr gesund sind (Mariner 2, 179) und in Ponapi (Cheyne 122).

wie gar keine oder nur weibliche Arbeit, Zeugbereiten und dergl.
obliegt, wie in Tonga, in Tahiti, in Nukuhiva (Melville 2, 147); so
müssen sie in andern Inseln fast alle Arbeit thun, wie in Neuseeland

diese Narben galten als Ehrenzeichen (Hale 43). Namentlich auf Tahiti
und auf Hawaii war der Kavatrank beliebt; grosse Kavafeste auf Tonga
beschreibt Mariner, auf Fidschi d’Urville b 4, 207 und Hale 63. Dagegen

Insel Tahiti gab. Nicht nur, dass auf Tahiti, Hawaii, Neuseeland, auch
auf Tonga (obwohl man hier strenger lebt) und auf Samoa (nach Wilkes)
wenigstens Fremden gegenüber die Mädchen ganz frei waren; so ist auch

nahe Freunde besassen auch die Weiber gemeinschaftlich.–Auch im
eigentlichen Polynesien gab es reinere Bezirke, so Tonga, wo die
Jünglinge von Staatswegen zur Keuschheit ermahnt wurden: nie sollten sie

Gegensätze zeigt Mikronesien und Polynesien, in welchem letzteren Gebiet
z.B. Tonga ganz anders als Tahiti und die Markesasinseln nur fruchtbare
Ehen kennt. Und wer hat je etwas der Art von dem Brudervolk der

Mädchen, daher die Insel weit mehr Weiber als Männer hat (Dillon 2,
134). Auf Tonga kam der Kindermord, dessen Motiv dann meist Trägheit
oder Bequemlichkeit ist, nur vereinzelt vor (Mariner 2, 18-19), auf

der Adel ganz göttlich, das Volk aber nicht einmal im Besitz einer Seele
war, von selbst. Für Tonga wählte man solche Kinder vorzüglich
gern, nach Mariner, zu Opfern aus. Und so war es auf allen

Sitte müsse überall geherrscht haben und sei, wo wir sie nicht erwähnt
finden, wie in Tonga, nur übersehen, so kann man das nicht zugeben; der
so feinen und scharfen Beobachtung Mariners hätte sich ein so

Fall der Art ausdrücklich als etwas Ausserordentliches an. Aber möglich
ist es, ja wahrscheinlich, dass die Sitte auch in Tonga ursprünglich
geherrscht hat, nur während sie sich im übrigen Polynesien ausbreitete,

auf den Fidschiinseln, deren Einwohner im Ruf einer besonderen
Tapferkeit auch auf Tonga stehen, und die von solchen Tonganern, welche
Kriegsabenteuer erleben und zu Hause selbst als Krieger berühmt sein

im rechten Zeitpunkt gekommen: man sieht aber auch ferner, solche
Umänderungen, wie wir sie vorhin für Tonga voraussetzten, haben sich
wirklich bei diesen Völkern vollziehen können: wir sehen sie hier bei

selbst getödtet, theils zu Sklaven gemacht, theils durch die Noth nach
dem Kriege vernichtet wurde (2, 16). In Tonga wurden Kriegsgefangene
(Mariner 1, 115) stets ermordet, und ebenso alle Einwohner eroberter

verwilderten. Auf Samoa herrschte ein noch grausamerer Kriegsgebrauch
als zu Tonga (Mariner 1, 163) und häufig genug waren diese blutigen
Kriege daselbst, welche Turner 304 und vorher schildert. Und betrachten

mehrere Menschen eines fremden Stammes erschlug, welche That natürlich
Rache erheischte. Auf Samoa, Tonga, Tahiti und Hawaii kommt der
Kannibalismus jetzt nur noch einzeln vor, auf Samoa bei ganz besonders
erbittertem Hass (Turner 194), auf Tonga aus Prahlerei und in Nachahmung
der Fidschisitten, (Mariner 1, 116-17), so wie bei Hungersnoth, wo man

Grabe ihrer Männer erdrosselten, die Sklaven getödtet wurden (Taylor
97). In Tonga wurden bei den Gräbern der Vornehmen ab und zu Weiber
geopfert (authent. narrat. v. Tonga 78; Mariner 1, 295), was auf frühere
Allgemeinheit dieser Sitte, gegen welche die tonganischen Fürsten selbst

Von besonderem Interesse ist der Kindermord, wie er sich auf Tonga
zeigt. So wurden (Mariner 1, 229) Kinder den Göttern geopfert, um den

Kindern getödtet (1, 379): wenn aber der Tui-tonga, der höchste
religiöse und früher wohl auch weltliche Herr von Tonga krank ist, da
genügt ein Kind nicht und man tödtet drei bis vier (1, 454).

wir gleich sehen werden, dort die Gewalt der Herrschenden noch absoluter
war als in Amerika. So wurde in Tonga der ganze Stamm eines Aufrührers
vernichtet (Mariner 1, 271) und die fortwährenden Rachekriege dieser

gefunden. Ueberall, in Neuseeland, in Tahiti, in Hawaii, dem
Markesasarchipel, auf Tonga, bei der alten Bevölkerung der Marianen
(während sonst Mikronesien in der Praxis wenigstens die Gegensätze

dass grässliche Orkane, denen nichts zu widerstehen vermag, auf Tahiti,
den Paumotu- und Herveyinseln, auf Tonga, den Karolinen, den Marianen,
kurz so ziemlich überall, die Vegetation gar nicht selten so vollständig

In Tonga nun, wo von jeher die Sitten strenger waren und namentlich nie
diese Lüderlichkeit herrschte, welche in Polynesien an anderen Punkten

Zu den bestbevölkerten Gegenden Polynesiens gehören die kleinen Inseln
nördlich und westlich von Samoa und Tonga, die Uniongruppe, Tikopia,
Rotuma u.s.w., wo die Sitten unverderbt und die Bevölkerung in bester

Australia and the Pacif. Islands in 1855-56. London 1857, p. 150)
erzählt, dass einzelne Weisse auf den Fidschi-und Tonga-Inseln, neben
den grässlichsten Verbrechen aller Art, sogar den Kannibalismus der

Mariner, Tonga Islands. London 1818.


so schlimm, dass eine Menge Verwachsungen u. dergl. durch sie entstehen
(Dieffenbach 2, 17-25). Auf Tonga hatte sie Cooks Mannschaft, wie Cook
selbst erzaehlt dritte Reise 2, 390 eingeschleppt; doch kann sie hier

verlief, dass er weiter keine Folgen hatte. Allein ob nicht die Art von
Gonorrhoee mit ardor urinae, die er 268 als in Tonga heimisch erwaehnt,
doch noch vielleicht von Cooks Mannschaft herstammte? Auch auf dem

werden von frueher (Cook a.a.O. 2, 331) schon Beispiele erwaehnt, wo
Infizirte, freilich selten genug, von selbst genassen. Nur in Tonga
scheint, bei dem keuscheren Leben der Tonganer das Unheil wenigstens

_G***_, 115); ebenso in Suedamerika bei den Moxos (Waitz 3, 538; b 151).
In Tonga bestand die Behandlung der Kranken fast nur darin, dass man sie
von einem Tempel zum andern schleppte, um die Priester und Goetter fuer

Hautkrankheiten, und zwar sehr boesartige der Kinder (jaws, framboesia)
werden oefters erwaehnt, z.B. in Tonga, wo die Kinder gut gepflegt und
sonst sehr gesund sind (Mariner 2, 179) und in Ponapi (Cheyne 122).

wie gar keine oder nur weibliche Arbeit, Zeugbereiten und dergl.
obliegt, wie in Tonga, in Tahiti, in Nukuhiva (Melville 2, 147); so
muessen sie in andern Inseln fast alle Arbeit thun, wie in Neuseeland

diese Narben galten als Ehrenzeichen (Hale 43). Namentlich auf Tahiti
und auf Hawaii war der Kavatrank beliebt; grosse Kavafeste auf Tonga
beschreibt Mariner, auf Fidschi d’Urville b 4, 207 und Hale 63. Dagegen

Insel Tahiti gab. Nicht nur, dass auf Tahiti, Hawaii, Neuseeland, auch
auf Tonga (obwohl man hier strenger lebt) und auf Samoa (nach Wilkes)
wenigstens Fremden gegenueber die Maedchen ganz frei waren; so ist auch

nahe Freunde besassen auch die Weiber gemeinschaftlich.–Auch im
eigentlichen Polynesien gab es reinere Bezirke, so Tonga, wo die
Juenglinge von Staatswegen zur Keuschheit ermahnt wurden: nie sollten sie

Gegensaetze zeigt Mikronesien und Polynesien, in welchem letzteren Gebiet
z.B. Tonga ganz anders als Tahiti und die Markesasinseln nur fruchtbare
Ehen kennt. Und wer hat je etwas der Art von dem Brudervolk der

Maedchen, daher die Insel weit mehr Weiber als Maenner hat (Dillon 2,
134). Auf Tonga kam der Kindermord, dessen Motiv dann meist Traegheit
oder Bequemlichkeit ist, nur vereinzelt vor (Mariner 2, 18-19), auf

der Adel ganz goettlich, das Volk aber nicht einmal im Besitz einer Seele
war, von selbst. Fuer Tonga waehlte man solche Kinder vorzueglich
gern, nach Mariner, zu Opfern aus. Und so war es auf allen

Sitte muesse ueberall geherrscht haben und sei, wo wir sie nicht erwaehnt
finden, wie in Tonga, nur uebersehen, so kann man das nicht zugeben; der
so feinen und scharfen Beobachtung Mariners haette sich ein so

Fall der Art ausdruecklich als etwas Ausserordentliches an. Aber moeglich
ist es, ja wahrscheinlich, dass die Sitte auch in Tonga urspruenglich
geherrscht hat, nur waehrend sie sich im uebrigen Polynesien ausbreitete,

auf den Fidschiinseln, deren Einwohner im Ruf einer besonderen
Tapferkeit auch auf Tonga stehen, und die von solchen Tonganern, welche
Kriegsabenteuer erleben und zu Hause selbst als Krieger beruehmt sein

im rechten Zeitpunkt gekommen: man sieht aber auch ferner, solche
Umaenderungen, wie wir sie vorhin fuer Tonga voraussetzten, haben sich
wirklich bei diesen Voelkern vollziehen koennen: wir sehen sie hier bei

selbst getoedtet, theils zu Sklaven gemacht, theils durch die Noth nach
dem Kriege vernichtet wurde (2, 16). In Tonga wurden Kriegsgefangene
(Mariner 1, 115) stets ermordet, und ebenso alle Einwohner eroberter

verwilderten. Auf Samoa herrschte ein noch grausamerer Kriegsgebrauch
als zu Tonga (Mariner 1, 163) und haeufig genug waren diese blutigen
Kriege daselbst, welche Turner 304 und vorher schildert. Und betrachten

mehrere Menschen eines fremden Stammes erschlug, welche That natuerlich
Rache erheischte. Auf Samoa, Tonga, Tahiti und Hawaii kommt der
Kannibalismus jetzt nur noch einzeln vor, auf Samoa bei ganz besonders
erbittertem Hass (Turner 194), auf Tonga aus Prahlerei und in Nachahmung
der Fidschisitten, (Mariner 1, 116-17), so wie bei Hungersnoth, wo man

Grabe ihrer Maenner erdrosselten, die Sklaven getoedtet wurden (Taylor
97). In Tonga wurden bei den Graebern der Vornehmen ab und zu Weiber
geopfert (authent. narrat. v. Tonga 78; Mariner 1, 295), was auf fruehere
Allgemeinheit dieser Sitte, gegen welche die tonganischen Fuersten selbst

Von besonderem Interesse ist der Kindermord, wie er sich auf Tonga
zeigt. So wurden (Mariner 1, 229) Kinder den Goettern geopfert, um den

Kindern getoedtet (1, 379): wenn aber der Tui-tonga, der hoechste
religioese und frueher wohl auch weltliche Herr von Tonga krank ist, da
genuegt ein Kind nicht und man toedtet drei bis vier (1, 454).

wir gleich sehen werden, dort die Gewalt der Herrschenden noch absoluter
war als in Amerika. So wurde in Tonga der ganze Stamm eines Aufruehrers
vernichtet (Mariner 1, 271) und die fortwaehrenden Rachekriege dieser

gefunden. Ueberall, in Neuseeland, in Tahiti, in Hawaii, dem
Markesasarchipel, auf Tonga, bei der alten Bevoelkerung der Marianen
(waehrend sonst Mikronesien in der Praxis wenigstens die Gegensaetze

dass graessliche Orkane, denen nichts zu widerstehen vermag, auf Tahiti,
den Paumotu- und Herveyinseln, auf Tonga, den Karolinen, den Marianen,
kurz so ziemlich ueberall, die Vegetation gar nicht selten so vollstaendig

In Tonga nun, wo von jeher die Sitten strenger waren und namentlich nie
diese Luederlichkeit herrschte, welche in Polynesien an anderen Punkten

Zu den bestbevoelkerten Gegenden Polynesiens gehoeren die kleinen Inseln
noerdlich und westlich von Samoa und Tonga, die Uniongruppe, Tikopia,
Rotuma u.s.w., wo die Sitten unverderbt und die Bevoelkerung in bester

Australia and the Pacif. Islands in 1855-56. London 1857, p. 150)
erzaehlt, dass einzelne Weisse auf den Fidschi-und Tonga-Inseln, neben
den graesslichsten Verbrechen aller Art, sogar den Kannibalismus der

ist das ganz harte Elephantenohr, *_Platycerium alcicorne Desv._, im
gemäßigten Australien, auf den Mascarenen und Seychellen heimisch. In der
Heimat wächst diese Pflanze an Baumstämmen, sie gedeiht bei uns aber auch
ist das ganz harte Elephantenohr, *_Platycerium alcicorne Desv._, im
gemaessigten Australien, auf den Mascarenen und Seychellen heimisch. In der
Heimat waechst diese Pflanze an Baumstaemmen, sie gedeiht bei uns aber auch
Tabago, Insel, s. Tobago.


geheißen haben, nach andern soll der Name T. von der Insel
Tobago oder von der Provinz Tabasco in Mittelamerika
herrühren. Eine genaue Beschreibung der Pflanze gab 1525
Togo (“jenseit der Lagune”), deutsche Kolonie an der
Sklavenküste von Westafrika (s. Karte bei “Guinea”), zwischen

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