Unglaubliches aus Amerika

In ganz Amerika glaubt man, das Wasser nehme die Eigenschaften der
Gewaechse an, in deren Schatten es fliesst. So ruehmt man an der
einander Caracas, Havana, Santa Fe de Bogota, Quito, Lima und Mexico zu
besuchen, und in diesen sechs Hauptstaedten des spanischen Amerika brachten
mich meine Verhaeltnisse mit Leuten aller Staende in Verbindung; dennoch
Venezuela gewaltigen Einfluss geaeussert. Nirgends sonst im spanischen
Amerika hat die Civilisation eine so europaeische Faerbung angenommen. Die
Menge Ackerbau treibender Indianer in Mexico und im Innern von Neu-Grenada
Sitteneinfalt und Maessigung in Wuenschen und Begierden bewahrt. Sie lebt nur
in der Vorzeit; in ihrer Vorstellung ist Amerika Eigenthum ihrer
Voreltern, die es erobert haben. Sie verabscheut die sogenannte Aufklaerung
besteht aus Creolen, deren Vorfahren in juengster Zeit bedeutende Aemter in
Amerika bekleidet haben; er gruendet seine Vorrechte zum Theil auf das
Ansehen, in dem er im Mutterlande steht; er glaubt sie auch ueber dem Meere
sagen hoeren: “Will der reiche weisse Mann weisser seyn als ich?” Da Europa
so grosse Menschenmengen an Amerika abgeben kann, so ist begreiflich, dass
der Satz: jeder Weisse ist Ritter, _todo blanco es caballero_ den
Volksstamm laengst anerkannt: jeder Biscayer nennt sich adelig, und da es
in Amerika und auf den Philippinen mehr Biscayer gibt als zu Hause auf der
Halbinsel, so haben die Weissen von diesem Volksstamm nicht wenig dazu
der aeltesten Reisenden geglaubt hatte. Auf den hohen Gebirgen des
tropischen Amerika kommen allerdings Wegeriche, Baldriane, Sandkraeuter,
Ranunkeln, Mispeln, Eichen und Fichten vor, die man nach ihrer
cultivirten Europa wie eine Stadt vor, aus der die Einwohnerschaft
ausgezogen. Hat man einmal in Amerika ein paar Jahre in den Waeldern der
Niederungen oder auf dem Ruecken der Cordilleren gelebt, hat man in Laendern

Je mehr im tropischen Amerika Cultur und Bevoelkerung zunehmen werden, je
fleissiger man die vulkanischen Systeme von Popayan, los Pastos, Quito, auf
Colonialwaaren und die Auswanderung der franzoesischen Pflanzer den ersten
Anlass zum Bau des Kaffees auf dem Festland von Amerika, auf Cuba und
Jamaica gaben, so hat doch, was sie an Kaffee geliefert, keineswegs bloss

Die Gesammteinfuhr von Kaffee aus Amerika nach Europa uebersteigt jetzt 106
Millionen Pfund franzoesischen Markgewichts. Rechnet man dazu 4–5
muessen. Ohne dieses neue Gewaechs, ohne die Fortschritte des Ackerbaus auf
dem Festland des spanischen Amerika und die Einfuehrung des indischen und
Javazuckers, haetten die Revolutionen auf St. Domingo und die Zerstoerung
fuenfundzwanzigjaehrigem Anbau, ist die Besorgniss verschwunden, die man
Anfangs gehegt, das nach Amerika verpflanzte Rohr moechte allmaehlig
ausarten und so duenn werden wie das creolische. Wenn es eine Spielart ist,
Das Tuythal hat sein “Goldbergwerk”, wie fast jeder von Europaeern
bewohnte, im Urgebirg liegende Ort in Amerika. Man versicherte, im Jahr
1780 habe man hier fremde Goldwaescher Goldkoerner sammeln sehen, und die
ersten *Cabildos* nach dem Muster der spanischen; zwischen den Angehoerigen
des Mutterlandes und ihren Nachkommen in Amerika bestand damals
Rechtsgleichheit. Die Politik war eben nicht freisinnig, aber doch nicht
sind. Man sieht solches sehr deutlich, wenn man in den _Leyes de Indias_
die Artikel von den Verhaeltnissen der nach Amerika uebersiedelten Spanier,
von den Rechten der Gemeinden und der Einrichtung der Gemeinderaethe
Getreide mit Erfolg an manchen Orten gebaut, die man jetzt fuer zu heiss
oder zu feucht dafuer haelt. Die eben erst nach Amerika versetzten Spanier
waren noch nicht so an den Mais gewoehnt, man hielt noch fester an den
Cura, westlich vom Felsen las Viruelas, in einzelne Grundstuecke
zerschlagen und verpachtet. Als er vier Jahre darauf wieder nach Amerika
kam, fand er daselbst schoene Baumwollenpflanzungen und einen Weiler von 30
Angaben den Europaeern darthun, was aufgeklaerten Colonisten laengst nicht
mehr zweifelhaft ist, dass das Festland des spanischen Amerika durch freie
Haende Zucker, Baumwolle und Indigo erzeugen kann, und dass die
Contrast zwischen beiden Continenten gesehen, den man in Allem herausfand.
Um darzuthun, dass Amerika spaeter als Asien und Europa aus dem Wasser
emporgestiegen, haette man wohl auch den See von Tacarigua angefuehrt, als
die Verdunstung des Regenwassers verringern. Zerstoert man die Waelder, wie
die europaeischen Ansiedler aller Orten in Amerika mit unvorsichtiger Hast
thun, so versiegen die Quellen oder nehmen doch stark ab. Die Flussbetten
der mittleren Feuchtigkeit der trockenen Monate und der des ganzen Jahrs,
wie man denselben in andern Theilen des tropischen Amerika beobachtet, so
ergibt sich fuer die Thaeler von Aragua eine mittlere Feuchtigkeit von
Landwirthschaft der Colonien sehr wichtige Austrocknung war in den letzten
zehn Jahren, in denen ganz Amerika an grosser Trockenheit litt,
ungewoehnlich stark. Ich rieth den reichen Grundeigenthuemern im Land, statt
bis neunhundert Piaster gekostet. Wir sahen diese Thiere in Mocundo; von
vieren waren schon drei in Amerika geworfen. Zwei waren vom Biss des Coral,
einer giftigen Schlange, die am See sehr haeufig ist, zu Grunde gegangen.
des sechzehnten Jahrhunderts, wie Rindvieh, Pferde und Maulthiere, so auch
Kameele nach Amerika verpflanzt haetten. Ueberall wo in unbewohnten Laendern
sehr grosse Strecken zurueckzulegen sind, wo sich keine Kanaele anlegen
verwundern, dass der Hof den Beschwerden dieser Herrn Gehoer gab; aber durch
diese Maassregel ging Amerika eines Mittels verlustig, das mehr als irgend
etwas den Verkehr im Innern und den Waarenaustausch erleichtern konnte.
von der Regierung selbst versucht werden. Wuerden einige hundert dieser
nuetzlichen Thiere auf dem ungeheuren Areal von Amerika in heissen,
trockenen Gegenden angesiedelt, so wuerde sich der guenstige Einfluss auf den
ein alter *Conuco* oder eingehegtes Baufeld seyn. Sonst ueberall auf dem
Festland von Amerika sahen wir die Parkinsonia, wie die Plumeria, nur in
den Gaerten der Indianer.
vorherrscht. Alles weisse, frisch bereitete Cautschuc, sowie die
wasserdichten Maentel, die man im spanischen Amerika fabricirt und die aus
einer Schicht des Milchsafts der Hevea zwischen zwei Leinwandstuecken
Sprache, es sey ein Getraenk vielmehr “da porci, che da huomini.” Der
Jesuit ACOSTA versichert, die Spanier in Amerika lieben den Chocolat mit
naerrischer Leidenschaft, man muesse aber an “das schwarze Gebraeue” gewoehnt
vornehmsten Artikel im Handel und der Produktion der Colonien geworden
sind, gehoert der erste ausschliesslich Amerika, der zweite ausschliesslich
Asien an. Ich sage ausschliesslich, denn die Cacaoausfuhr der Philippinen
Man glaubte die verschiedenen Welttheile zu charakterisiren, indem man
sagte, Europa habe *Heiden*, Asien *Steppen*, Afrika *Wuesten*, Amerika
*Savanen*; aber man stellt damit Gegensaetze auf, die weder in der Natur
Die asiatischen Steppen liegen alle ausserhalb der Wendekreise und bilden
sehr hohe Plateaus. Auch Amerika hat auf dem Ruecken der Gebirge von
Mexico, Peru und Quito Savanen von bedeutender Ausdehnung, aber seine
und Pferden wimmeln. Sie sind, nach Anleitung unserer meisten Karten von
Amerika, der Meinung, der Continent habe nur Eine Bergkette, die der
Anden, die von Sued nach Nord laeuft, und nach einem unbestimmten
7 und 8 deg. noerdlicher Breite, und umfasst gegen 120,000 Quadratmeilen. Dieser
Wald des suedlichen Amerika, denn im Grunde ist es nur Einer, ist sechsmal
groesser als Frankreich; die Europaeer kennen ihn nur an den Ufern einiger
von Halbcultur erhoben, die uns bei den Voelkern mongolischen und
tartarischen Stammes ueberraschend entgegentritt. Dann haette Amerika,
gleich dem mittleren Asien, seine Eroberer gehabt, welche aus den Ebenen
Heilkraefte des Zitteraals heraus. Solche “elektrische Curen” kommen bei
den Wilden Amerika’s wie bei den Griechen vor. SCRIBONIUS LARGUS, GALENUS
und DIOSCORIDES berichten uns, dass der Zitterrochen Kopfweh, Migraene und
DE PONS, FRANCOIS RAYMOND JOSEPH. _Reise in den oestlichen Theil von
Terrafirma in Sued-Amerika : unternommen in den Jahren 1801, 1802, 1803
und 1804 / von Depons. Aus d. Franz. uebers. von Chr. Weyland._ (1808)
liegenden Ländern und Manila auf 25 Jahre erhielt. Das Capital dieser
Gesellschaft, welcher der Handel mit Amerika untersagt war, betrug
4 Millionen Dollars. Als dann 1785 die Gesellschaft von Caracas ihr
zwischen Manila und Acapulco, ein Verbot, das nur gegeben worden war,
um den Handel des Mutterlandes mit den Colonien in Amerika nicht zu
beeinträchtigen. (S. ebenda p. 20.)
Kohl diesen Abschnitt, »erfahren hatte, daß man im Karaibischen Meere in
Central-Amerika mit Schiffen schwerlich durchkommen könne, so hoffte man
denn auf solche Durchlasse im Norden und im Süden dieser Central-Partie,
vierten Reise (1504) Ferdinand V. ihn und Vicente Yañez Pinzón mit einer
Expedition nach Central-Amerika (1506) beauftragt, um jene Erforschungen
fortzusetzen. Zwei Jahre später (1508) wurde er zum Piloto Real ernannt

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